1984 – Teil 3, Kapitel 3 | »Die Macht über Wahrheiten« | Between the Lines

Shownotes

In Teil 3, Kapitel 3 von George Orwells »1984« vertieft sich Winstons Konfrontation mit O’Brien. Die Partei offenbart ihren Anspruch auf absolute Macht: Sie will nicht nur über Handlungen herrschen, sondern auch über Erinnerung, Wahrnehmung und Wahrheit. Ein Kapitel über Manipulation, Zwiedenken und die erschreckende Frage, wer die Wirklichkeit definiert. Und zwar über alles, was je existiert hat.

📖 Werk: 1984 ✍️ Autor: George Orwell

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Coverdesign by: @n__i__n__s & ME Music by: Yevhenii Kovalenko, Samuel F. Johanns from Pixabay.

Transkript anzeigen

00:00:09: Ihre Umschulung geht in drei Etappen vor sich.

00:00:22: Lernen, verstehen und bejahen.

00:00:27: Es ist an der Zeit für sie in die zweite Etappe einzutreten.

00:00:33: Wie immer lag Winston flach auf dem Rücken Aber in letzter Zeit hatten sich seine Fesseln gelockert.

00:00:40: Sie hielten ihn zwar noch auf dem Streckbett nieder, aber er konnte seine Knie ein wenig bewegen.

00:00:46: Seinen Kopf von einer Seite auf die andere drehen und seinen Arm vom Ellenbogen an boigen.

00:00:52: Auch die Scala war kein solcher Schrecken mehr!

00:00:56: Er konnte ihre Qualen vermeiden wenn er gewitzig genug war.

00:01:02: Hauptsächlich wenn er Dummheit an den Tag legte drehte O'Brien den Hebel.

00:01:08: Manchmal kam die Scalar eine ganze Sitzung hindurch nicht in Anwendung.

00:01:14: Er konnte sich nicht erinnern, wie viele Sitzungen stattgefunden hatten.

00:01:19: Die ganze Prozedur schien sich über eine lange unbestimmte Zeit – möglicherweise waren es Wochen – hinzuziehen und die Zwischenzeiten zwischen den Sitzung mochten manchmal Tage, manchmal nur eine oder zwei Stunden betragen haben.

00:01:37: Während sie so da lagen… Haben Sie sich oft gefragt?

00:01:42: Ja sogar mich gefragt!

00:01:45: Warum das Ministerium für Liebe so viel Zeit und Mühe an sie wendet?

00:01:53: Und wenn Sie frei waren, zerbrachen Sie sich den Kopf über die im Grunde gleiche Frage.

00:02:01: Sie konnten den Mechanismus der Gesellschaft in der Sie lebten begreifen – nicht aber der Ihr zugrunde liegenden Beweggründe!

00:02:13: Erinnern Sie sich, dass Sie ihn ihr Tagebuch geschrieben

00:02:16: haben?!

00:02:17: Das Wie verstehe ich, aber nicht das Warum.

00:02:24: Wenn Sie über das Warum nachdachten, zweifelten sie an Ihre eigenen Vernunft!

00:02:31: Sie haben das Buch – Goldsdienstbuch oder wenigstens Teile davon gelesen?

00:02:38: Hat es Ihnen irgendetwas gesagt was Sie nicht schon

00:02:40: wussten?".

00:02:43: »Sie haben es gelesen« fragte Winston.

00:02:50: Ich schrieb Es.

00:02:52: Das heißt, ich arbeitete bei seiner Abfassung mit.

00:02:55: Kein Buch wird von einem Einzelnen hervorgebracht wie sie wissen.

00:03:00: Ist es wahr was daran steht?

00:03:04: Als Schilderung!

00:03:05: Ja.

00:03:06: Das Programm das es entwickelt ist Unsinn.

00:03:11: Geheime Aufspeicherung von Wissen eine allmählich um sich greifende Aufklärung schließlich einer proletarische Erhebung.

00:03:20: der Sturz der Partei.

00:03:23: Sie sahen selbst voraus, dass es inhaltlich auf das hinaus kommen würde.

00:03:28: Das ist alles Unsinn!

00:03:31: Die Proletarier werden sich nie erheben – nicht in tausend oder einer Million Jahren.

00:03:38: Sie können es nicht.

00:03:40: Ich brauche Ihnen den Grund nicht zu sagen.

00:03:43: Sie kennen ihn bereits?

00:03:46: Wenn sie jemals Träume von einem gewaltsamen Aufstand gehegt haben, dann müssen sie aufgeben….

00:03:55: Es gibt Keine Möglichkeit mithilfe derer, die Partei gestürzt werden könnte.

00:04:00: Die Herrschaft der Partei gilt für immer!

00:04:04: Nehmen Sie das zum Ausgangspunkt Ihrer Überlegungen.

00:04:09: Er trat näher an das Streckbett heran.

00:04:13: Für... Nun lassen sie uns zu der Frage von wie und warum zurückkommen?

00:04:22: Sie verstehen recht gut, wie sich die Partie an der Macht hält.

00:04:27: Nun aber sagen sie mir, warum halten wir an der Nacht fest?

00:04:32: Was ist unser

00:04:33: Beweggrund?".

00:04:35: Warum sollten wir Macht wünschen?

00:04:40: Los, reden

00:04:41: Sie!"

00:04:42: fügte er hinzu als Winston stumm blieb.

00:04:46: Trotzdem sagte Winston ein paar weitere Augenblicke lang nichts.

00:04:51: Ein Gefühl des Überdrosses hatte ihn überkommen!

00:04:55: Der undeutliche irre Begeisterungsschimmer war wieder auf O'Brien's Gesicht erschienen.

00:05:01: Er wusste im Voraus was O'Brain sagen würde... Nämlich, dass die Partei die Macht nicht um ihre eigenen Zwecke willen anstrebte, sondern nur zum Wohlergehen der Menschheit.

00:05:14: Dass sie die Macht suchte, weil die Menschen in der Masse schwache feige Kreaturen waren, die es nicht ertrugenfrei zu sein oder der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, sondern von anderen die stärker waren als sie beherrscht und systematisch betrogen werden mussten.

00:05:36: Und das für die große Masse der Menschen Glück besser war, dass die Partei die ewige Behüterin der Schwachen war.

00:05:45: Eine geweite Sekte, die böses Tat auf das das Gute kommen möge und die ihr eigenes Glück dem Anderen opferte!

00:05:58: Das Schreckliche, dachte Winston, das Schreckliche war, das O'Brien wenn er das sagte daran glaubte Das konnte man seinem Gesicht ansehen.

00:06:12: O'Brien wusste alles!

00:06:14: Tausendmal besser als Winston wusste er, wie die Welt wirklich aussah – in welcher Erniedrigung die Masse der Menschen lebte und durch welche Lügen-und Barbareien die Partei sie dort hielt.

00:06:27: Er hatte alles das erkannt, alles abgewogen — und es machte nichts aus.

00:06:34: Alles war durch den Endzweck gerechtfertigt.

00:06:40: Was kann man?

00:06:41: dachte Winston, gegen den Warnsinnigen machen.

00:06:46: Der Klüger ist als man selbst, der die Argumente des anderen geduldig anhört und dann doch ganz einfach bei seinem Warn beharrt.

00:07:00: Er herrscht über uns zu unserem eigenen Besten, sagte er schwach.

00:07:08: Er glaubt dass die Menschen nicht im Stande sind sich selbst zu

00:07:11: regieren.".

00:07:13: Und deshalb….

00:07:18: Er fuhr zusammen und schrie fast laut auf.

00:07:21: Eine Schmerzenswelle hatte seinen Körper durchbehandelt, O'Brien hatte den Hebel der Zahlenscheibe auf fünfunddreißig hochgedreht.

00:07:31: Das war dumm Winston – sehr dumm!

00:07:35: Sie sollten es besser wissen und so etwas nicht sagen.

00:07:39: Er drehte den Hebl zurück und fuhr fort.

00:07:43: Jetzt werde ich Ihnen die Antwort auf meine Frage geben.

00:07:47: Sie lautet ….

00:07:49: Die Partei strebt die Macht lediglich in ihrem eigenen Interesse ran.

00:07:57: Uns ist nichts am Wohl anderer gelegen, uns interessiert einzig und allein die Macht als solche – nicht Reichtum oder Luxus oder langes Leben oder Glück!

00:08:10: Nur macht reine Macht!

00:08:14: Was reiner Macht besagen will werden sie gleich

00:08:17: verstehen.".

00:08:20: Wir sind darin von allen Oligarchien der Vergangenheit verschieden, dass wir wissen was.

00:08:52: Ja, grobten vielleicht sogar.

00:08:55: Die Macht ohne ihr Wollen und auf beschränkte Zeit ergriffen zu haben.

00:09:00: Und gleich um die Ecke liege ein Paradies in dem die Menschen frei und gleich sein würden.

00:09:08: Wir sind nicht so!

00:09:11: Wir wissen dass nie jemand die Macht ergreift In der Absicht sie wieder abzutreten.

00:09:18: Die Macht ist kein Mittel.

00:09:22: Sie isst ein Ents weg.

00:09:24: Eine Diktatur wird nicht eingesetzt, um eine Revolution zu sichern.

00:09:28: Sondern man macht eine Revolution, um die Diktaturen einzusetzen!

00:09:33: Der Zweck der Verfolgung ist die Verfolg'ung.

00:09:37: Der Zwecke der Folter ist die Folter.

00:09:40: Der Zweck der Macht ist die Macht.

00:09:44: Fangen Sie nun an mich zu

00:09:46: verstehen!".

00:09:49: Winston fiel wie schon vorher die Müdigkeit von O'Brien's Gesicht auf.

00:09:55: Es war kräftig, fleischig und brutal.

00:09:58: Es war voll Klugheit und eine Art kontrollierter Leidenschaft, der ja gegenüber er sich hilflos fühlte.

00:10:06: Aber es war müde!

00:10:09: Es hatte Säcke unter den Augen – die Haut hing schlaff von den Backenknochen herab.

00:10:16: O'Brien beugte sich über ihn und brachte das abgekämpfte Gesicht absichtlich näher heran.

00:10:23: Sie denken, dass mein Gesicht alt und müde

00:10:26: ist.".

00:10:27: Sie denken, ich spreche von Macht und sei doch nicht im Stande meinen eigenen körperlichen Verfall aufzuhalten.

00:10:38: Kennen sie denn nicht bei Greifen, Winston?

00:10:41: Dass der einzelne Mensch nur eine Zelle

00:10:43: ist?!

00:10:45: Die Schwäche der Zelle is die Stärke des Organismus!

00:10:51: Sterben sie etwa wenn sie ihre Fingernegel abschneiden?

00:10:55: Er wandte sich von dem Streckbett weg und begann wieder, eine Hand in der Tasche hin-und herzugehen.

00:11:03: Wir sind die Priester der Macht!

00:11:07: Gott ist Macht – aber noch bedeutet für sie Macht nur ein Wort.

00:11:16: Es ist für Sie an der Zeit, eine Vorstellung davon zu bekommen was Macht besagen will.

00:11:22: Als erstes müssen Sie sich vor Augen halten dass Macht kollektiv geist

00:11:28: isst.".

00:11:29: Der Einzelne besitzt nur ihn soweit Macht, als dass er aufhört ein Einzelner zu sein.

00:11:36: Sie kennen das Partyschlagwort Freiheit ist Sklaverei.

00:11:41: Ist ihnen jemals der Gedanke gekommen, daß man es auch umkehren kann?

00:11:46: Sklaverei isst Freiheit Allein frei geht der Mensch immer zur Grunde.

00:11:55: Das muss so seien Denn jedem Menschen ist bestimmt zu sterben was der größte Allermängel ist.

00:12:03: Wenn ihm aber vollständige letzte Unterwerfung gelingt, wenn er seinem Ich entrennen in der Partei aufgehen kann so dass es die Partei isst, dann ist er allmächtig und unsterblich.

00:12:23: Als zweites müssen sie sich bewusst werden das Macht gleich bedeutend ist mit Macht über Menschen – über den Leib!

00:12:34: Aber vor allem über den Geist, macht über die Materie.

00:12:40: Die äußerliche Wirklichkeit wie Sie sagen würden ist nicht wichtig.

00:12:46: Unsere Kontrolle über die Material ist bereits eine vollkommene.

00:12:51: Einen Augenblick ließ Winston die Skala außer Acht.

00:12:55: Er machte eine heftige Anstrengung sich zu sitzender Stellung aufzurichten und brachte es lediglich fertig seinen Körper schmerzvoll zu verdrehen.

00:13:06: Aber Ah, wie könnt ihr die Materie kontrollieren?

00:13:10: – brach es aus ihm heraus.

00:13:13: Er kontrolliert noch nicht einmal das Klima oder die Schwerkraft und da sind Krankheit, Schmerz und Tod!

00:13:21: O'Brien gebot ihm durch eine Handbewegung Schweigen.

00:13:26: Wir kontrollieren die Materiewahl wir den Geist kontrollieren.

00:13:33: Die Wirklichkeit spielt sich im Kopf ab.

00:13:36: Sie werden schratt umschratt lernen Winston.

00:13:41: Es gibt nichts, was wir nicht machen könnten.

00:13:45: Unsichtbarkeit, Levitation – alles!

00:13:51: Ich könnte mich von diesem Boden erheben wie eine Seifenblase wenn ich wollte.

00:13:57: Ich will es nicht, weil die Partei ist nicht well.

00:14:02: Sie müssen sich von diesen dem neunzenten Jahrhundert angehörenden Vorstellungen hinsichtlich der Naturgesetze freimachen.

00:14:11: Die Naturgesätze machen wir… Aber ihr macht sie NICHT!

00:14:16: Ihr seid nicht einmal Meister dieses Planeten.

00:14:20: Was ist mit Eurasien und Ostasien?

00:14:23: Ihr habt sie noch nicht erobert!

00:14:25: Unwichtig, wir werden Sie erobern wenn wir es für richtig halten.

00:14:32: Und wenn wir's nicht täten... was machte das schon

00:14:36: aus?!

00:14:38: Wir können ihn in den Lebensfaden abschneiden.

00:14:42: Ozeanen ist die Welt.

00:14:46: Aber die Welt selbst ist nur ein Staubkorn.

00:14:49: Der Mensch ist winzig, hilflos.

00:14:52: Wie lange hat er schon existiert?

00:14:54: Millionen von Jahren war die Erde unbewohnt!

00:14:58: Uns hin – Die Erde ist so alt wie wir nicht älter.

00:15:02: Wie könnte sie älters sein?

00:15:05: Alles ist nur im menschlichen Bewusstsein

00:15:07: vorhanden.".

00:15:09: Aber das Gestein ist voll von den Knochen ausgestorben, Natire.

00:15:13: Mammute und urzeitliche Elefantengattungen Und riesige Reptilien die hier lebten Lange bevor man etwas vom Menschen hörte.

00:15:24: Haben sie je diese Knochern gesehen?

00:15:27: Winston?

00:15:29: Natürlich nicht!

00:15:30: Die Biologen des neunzehnten Jahrhunderts haben Sie erfunden.

00:15:35: Vor dem Menschen gab es nichts.

00:15:38: Nach dem Menschen wenn er erlöschen könnte Gäbe es nichts.

00:15:44: Außer dem Menschen gibt es nichts, aber das ganze Weltall ist unerreichbar für uns!

00:15:51: Sehen Sie die Sterne an?

00:15:54: Einige von Ihnen sind eine Million Lichtjahre entfernt – sie sind für ewig außerhalb unserer Reichweite.

00:16:00: Was bedeuten schon die Sternen?

00:16:03: Sie sind ein paar Kilometer entfernte kleine Feuerherde.

00:16:08: Wir könnten sie erreichen wenn wir wollten oder wir könnten sie auslöschen.

00:16:13: Die Erde ist der Mittelpunkt des Weltalls.

00:16:17: Die Sonne und die Sterne drehen sich um sie, Winston machte erneu deine krampfhafte Bewegung – diesmal sagte er nichts.

00:16:27: O'Brien fuhr fort als beantwortete er einen ausgesprochenen Einwand.

00:16:34: Zu gewissen Zwecken hat das natürlich keine Gültigkeit.

00:16:37: Wenn wir das Meer befahren oder wenn wir eine Sonnenfinsternis voraussagen, finden wir es oft bequem anzunehmen.

00:16:43: Die Erde dreht sich um die Sonne und die Sterne seien Millionen und aber Millionen von Kilometern entfernt!

00:16:52: Aber was schadet das?

00:16:54: Halten Sie uns nicht für fähig ein doppeltes astronomisches System

00:16:59: hervorzubringen?!

00:17:02: Die Sterne können nahe- oder fern sein je nachdem wie es brauchen….

00:17:08: Glauben Sie, unsere Mathematiker seien dem nicht gewachsen?

00:17:12: Haben sie Zwie-Denken

00:17:14: vergessen?".

00:17:16: Winston sank auf das Streckbett zurück.

00:17:20: Was auch immer er sagte – die rasche Antwort knibbelte ihn nieder!

00:17:26: Und doch wusste er, wusste, dass er recht hatte.

00:17:32: Sicherlich musste es einen Weg geben um aufzuzeigen, daß der Glaube «Es gebe nichts außerhalb unserer Vorstellungen falsch war».

00:17:40: War er nicht vor langer Zeit als Irrtum entlarvt worden?

00:17:45: Es gab sogar eine Bezeichnung dafür, die er vergessen hatte.

00:17:50: Ein Lächeln zuckte um O'Brien's Mundwinkel, als er auf ihn hinunterblickte.

00:17:57: Ich sagte ihnen schon Winston dass die Metaphysik nicht ihre Stärke ist.

00:18:02: Das Wort das sie suchen heißt Solipsismus Aber Sie irren sich.

00:18:08: Hier handelt es sich nicht um Solipsismus Kollektiven, solipsismus wenn sie wollen.

00:18:15: Das hier ist etwas anderes.

00:18:18: Indertat das Gegenteil davon.

00:18:21: Alles das ist eine Abschweifung fügte er in einem anderen Ton hinzu.

00:18:28: die wirkliche Macht Die Macht um die wir Tag und Nacht kämpfen müssen Ist nicht die Macht über Dinge sondern über Menschen.

00:18:42: Erschwieg und nahm einen Augenblick wieder sein Gehaben eines Schulmeisters an, der einen hoffnungslosen Schüler prüft.

00:18:51: Wie versichert sich ein Mensch seiner Macht über einen anderen Winston?

00:18:58: Winston überlegte, indem er ihn leiden lässt.

00:19:05: Ganz recht!

00:19:06: Indem er ihn Leiden lässt!

00:19:09: Gehorsam ist nicht genug... Wie könnte man die Gewissheit haben, es sei denn er leidet, dass er ihrem und nicht seinem eigenen Willen gehorcht?

00:19:21: Die Macht besteht darin Schmerz-und Demütigungen zufügen zu können.

00:19:27: Macht heißt einen menschlichen Geist in Stücke zu reißen und ihn nach eigenem Gutdünken wieder in neuer Form zusammenzusetzen!

00:19:39: Fangen Sie nun an zu sehen, was wir eine Art von Welt wie ein Begriff sind zu schaffen?

00:19:47: Sie ist genau das Gegenteil der blöden auf Freude hinziehenden Utopien die den alten Reformatoren vorschwebten.

00:19:56: Eine Welt der Angst des Verrats und der Qualen!

00:20:02: Eine Welt des Tretens und des Getretenwerdens!

00:20:07: die nicht weniger unerbittlich, sondern immer unerbitlicher werden wird, je weiter sie sich entwickelt.

00:20:18: Fortschritt in unserer Welt bedeutet fortschreiten zu größerer Pein.

00:20:27: Die alten Kulturen erhoben Anspruch darauf auf Liebe oder Gerechtigkeit gegründet zu sein?

00:20:36: Die unsrige ist auf Hass gegründe.

00:20:40: In unserer Welt wird es keine anderen Gefühle geben als Hass, Wut, Frohlocken und Selbstbeschämung.

00:20:50: Alles andere werden wir vernichten – und zwar alles!

00:20:56: Wir merzen bereits die Denkweisen aus, die noch aus der Zeit vor der Revolution stammen.

00:21:03: Wir haben die Bande zwischen Kindern und Eltern, zwischen Mensch und Mensch und zwischen Mann und Frau durchschnitten.

00:21:10: Niemand wagt es mehr einer Gattin einem Kind oder einem Freund zu trauen Aber in Zukunft wird es keine Gattinnen und keine Freunde mehr geben.

00:21:22: Die Kinder werden ihren Müttern gleich nach der Geburt weggenommen werden, so wie man einer Hände die Eier wegnimmt.

00:21:28: Der Geschlechtstrieb wird ausgerottet!

00:21:33: Die Zeugung wird eine alljährlich vorgenommene Formalität wie die Erneuerung einer Lebensmittelkarte werden.

00:21:39: Wir werden das Volustmoment abschaffen.

00:21:42: Unsere Neurologen arbeiten gegenwärtig daran.

00:21:45: Es wird keine Treue mehr geben außer der Treue gegenüber der Partei.

00:21:50: Es wird keine Liebe geben, außer der Liebe zum großen Bruder!

00:21:55: Es wird kein Lachen geben, ausser dem Lachen des Frau Lockens über einen besiegten Feind.

00:22:02: Es werden keine Kunst geben, keine Literatur, keine Wissenschaft – wenn wir allmächtig sind, werden wir die Wissenschaft nicht mehr brauchen….

00:22:14: es wird keinen Unterschied geben zwischen Schönheit und

00:22:18: Hesslichkeit.".

00:22:20: Es wird keine Neugier, keine Lebenslust geben.

00:22:25: Alle Freuden des Wettstreits werden ausgetilgt sein – aber immer vergessen Sie das nicht, Winston!

00:22:34: Wird es den Rausch der Macht geben, die immer mehr wächst und immer raffinierter wird?

00:22:41: Dauernd in jedem Augenblick wird es den aufregenden Kitzel des Sieges geben das Gefühl auf einem wehrlosen Feind herumzutrampeln.

00:22:54: Wenn sie sich ein Bild von der Zukunft ausmalen wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der in ein Menschenantletzt tritt – immer und immer wieder!

00:23:07: Er verstummte so als erwarte er dass Winston etwas sagen würde.

00:23:13: Winston versuchte sich in die Oberfläche seines Streckbettes zu verkriechen.

00:23:19: Er brachte kein Wort hervor O'Brien, vor fort.

00:23:25: Und vergessen Sie nicht, dass das für immer gilt?

00:23:29: Dieses Gesicht zum treten wird immer da sein!

00:23:34: Denn Ketzer – den Feind der Gesellschaft – wird es immer geben so, dass er immer wieder besiegt und gedehmütigt werden kann.

00:23:42: Alles was sie durchgemacht haben seitdem sie uns in die Hände geraten alles das wird weitergehen und noch schlimmer.

00:23:50: Die Bespitzelung… Der Verrat Die Verhaftungen, die Folterungen, den Hinrichtungen und die Verschleppungen werden nie aufhören.

00:24:02: Es wird sowohl eine Welt des Schreckens als das Triumphes sein.

00:24:09: Je mächtiger die Partei ist desto weniger duldsam wird sie sein.

00:24:16: je schwächer die Opposition desto unerbittlicher die Gewaltherrschaft.

00:24:22: Goldstein und seine Irrlehren werden ewig in der Welt sein.

00:24:26: Jeden Tag, jeden Augenblick werden sie zunichte gemacht.

00:24:29: Beschimpft, verlacht, bespuckt werden!

00:24:33: Und doch werden Sie immer bleiben.

00:24:36: Das Drama das ich mit Ihnen sieben Jahre hindurch aufgeführt habe wird es wieder und wieder Generation um Generation in immer raffinierteren Formen gespielt werden.

00:24:48: Immer werden wir den Abtrünnigen auf Gnade oder Ungnade uns hier ausgeliefert haben wie er vor Schmerz schreit schwach und verrätterisch wird, um am Schluss rückhaltlos bereuend vor sich selbst gerettet aus eigenem Antrieb uns für die Füße zu kriechen.

00:25:08: Diese Welt streben wir an Winston Eine Welt in der Sieg auf Sieg Triumph auf Triumph folgt Ein nicht endender Kitzel des Machtnervs.

00:25:27: Wie ich sehen kann fangen sie zu begreifen an wie diese Welt aussehen wird Aber am Schluss werden sie mehr tun, als Sie nur begreifen.

00:25:35: Sie werden sie begrüßen!

00:25:37: Sie will kommen heißen – sich zu ihr

00:25:39: bekennen!".

00:25:42: Winston hatte sich genügend erholt um sprechen zu können.

00:25:47: Das könnt er nicht, sagte er schwach.

00:25:52: Was wollen Sie mit dieser Bemerkung sagen, Winston?

00:25:56: Er kann keine solche Welt schaffen wie Sie so eben geschildert haben…

00:26:02: Warum?".

00:26:04: Es ist dann möglich, eine Kultur auf Furcht, Hass und Grausamkeit aufzubauen.

00:26:10: Sie würde nie Bestand haben.

00:26:13: Warum nicht?

00:26:15: Sie hätte keine Lebensfähigkeit!

00:26:18: Sie würde sich auflösen... sie würde Selbstmord begehen.

00:26:23: Onzehn!

00:26:24: Sie stehen unter dem Eindruck, Hass sei aufreibender als Liebe.

00:26:28: Warum sollte dem so

00:26:30: sein?!

00:26:31: Und wenn...?

00:26:33: Was wird das ausmachen?

00:26:36: Angenommen, wir hätten beschlossen uns rascher zu verbrauchen.

00:26:40: Angenommen!

00:26:41: Wir beschleunigen das Tempo des Menschenlebens bis die Menschen mit dreißig Jahren altersschwach sind.

00:26:48: Was würde selbst dadurch geändert?

00:26:52: Können Sie nicht begreifen, dass der Tod des Einzelnen nicht den Tod der Partei

00:26:58: bedeutet?!

00:27:01: Die Partei ist unsterblich!

00:27:04: Wegewöhnlich hatte die Stimme Winston zur völliger Hilflosigkeit niedergeschmettert.

00:27:10: Außerdem fürchtete er, O'Brien würde wenn er auf seinem Widerspruch behaarte wieder den Hebel drehen.

00:27:18: Und doch konnte er nicht schweigen!

00:27:21: Schwach wie er war ohne Beweisgründe mit nichts zu seiner Unterstützung außer seinem unaussprechlichen Grauen vor dem was O'Brain gesagt hatte griff er erneut an.

00:27:34: Ich weiß nicht ich kann es nicht sagen.

00:27:37: irgendwie wird es euch viel schlagen.

00:27:39: etwas macht euch einen Streck durch die Rechnung.

00:27:41: Das Leben macht euch einen Strich durch die Rechnung.

00:27:45: Wir kontrollieren das Leben Winston in all seinen Äußerungen!

00:27:50: Sie bilden sich ein, es gebe so etwas wie die sogenannte menschliche Natur, die durch unser Ton beleidigt sein und sich gegen uns auflehnen werde – aber wir machen die menschlichen Natur.

00:28:04: Die Menschen sind unendlich gefügig… Oder vielleicht sind sie wieder auf ihre alte Idee zurückgekommen, dass die Proletarier oder die Sklaven aufstehen und uns stürzen werden.

00:28:18: Schlagen Sie sich das aus dem Kopf?

00:28:20: Sie sind hilflos wie die Tiere!

00:28:24: Die Menschheit ist die Partei... ...die anderen stehen außerhalb und sind belanglos.

00:28:32: Meinetwegen, am Schluss werden Sie euch abtun.

00:28:39: Früherer oder später werden Sie Euch als das erkennen was Ihr seid.

00:28:45: Dann werden sie euch in Stücke reißen.

00:28:49: Sehen Sie irgendein Anzeichen dafür, dass das geschieht?

00:28:54: Oder einen Grund warum es geschehen sollte?

00:29:00: Nein!

00:29:01: Ich glaube einfach daran... ich weiß, da ist euch viel schlagend für.

00:29:07: Gibt etwas in der Welt.

00:29:11: Ich weiss nicht ein Geist, ein Prinzip, das ihr nie überfinden werdet.

00:29:18: Glauben Sie an Gott

00:29:19: Winston?!

00:29:21: Nein.

00:29:24: Was ist dann dieses Prinzip, das uns zu Schanden machen wird?

00:29:32: Ich weiß es nicht – der menschliche Geist!

00:29:37: Und halten Sie sich für einen Menschen.

00:29:41: Ja, wenn sie ein Mensch sind, Winston… Dann sind sie der letzte Mensch.

00:29:49: Ihre Gattung ist ausgestorben.

00:29:51: Wir sind die Erben.

00:29:53: Begreifen Sie, dass sie alleine dastehen.

00:29:56: Sie stehen außerhalb der Geschichte.

00:29:59: Sie sind nicht

00:30:00: existent.".

00:30:02: Seine Art änderte sich, und er sagte Barscha.

00:30:05: Und sie halten sich uns moralisch für überlegen?

00:30:08: Mit unseren Lügen und unserer Grausamkeit?

00:30:13: Er hatte mich für überlegt.

00:30:17: Ubrein sagte nichts.

00:30:19: Zwei andere Stimmen sprachen.

00:30:22: Nach einem Augenblick erkannte Winston eine davon als seine eigene.

00:30:27: Es war eine Plattenaufnahme des Gesprächs, dass er mit O'Brien am Abend seine Aufnahme in die Brüderschaft geführt hatte.

00:30:35: Er hörte sich geloben zu lügen, zu stehlen, zu fälschen, zu morden – die Rauschgiftsucht und die Prostitution zu ermutigen, Geschlechtskrankheiten zu verbreiten, einem Kind wie Triol ins Gesicht zu schütten!

00:30:51: O'Brain machte eine kleine unbeduldige Geste so als wollte er sagen «die Vorführung lohne kaum die Mühe».

00:30:59: Dann drehte er einen Knopf und die Stimmen verstummten.

00:31:04: Stehen sie auf an diesem Lager?

00:31:07: Die Fesseln hatten sich gelöst.

00:31:10: Winston ließ sich auf den Boden heruntergleiten, und rechtete sich unsicher auf.

00:31:17: Sie sind der letzte Mensch!

00:31:21: Sie sind Der Hüter des menschlichen Geistes!

00:31:25: Sie sollen sich sehen wie Sie sind!

00:31:28: Ziehen Sie Ihre Kleider aus.

00:31:31: Winston knüpfte das Stück Schnur auf, dass seinen Trainingsanzug zusammenhielt.

00:31:37: Der Reißverschluss war schon seit langem herausgerissen – er konnte sich nicht erinnern ob er seit seiner Festnahme jemals seine ganzen Kleider gleichzeitig abgelegt hatte.

00:31:48: Unter dem Trainingsanzug war sein Körper in schmutzig gäbliche Fetzen gehüllt die man gerade noch als Überreste von Unterwäsche erkennen konnte Als er sie auf den Boden abstreifte, sah er das am anderen Ende des Raumes ein dreiteiliger Spiegel stand.

00:32:07: Er trat näher heran und blieb mit einem Ruck stehen.

00:32:12: Unwillkürlich war ihm ein Schrei entfahren.

00:32:15: Gehen Sie weiter!

00:32:17: Stellen Sie sich zwischen die beiden Seitenteile des Spiegels?

00:32:20: Sie sollen sich auch von der Seite sehen.

00:32:24: Er war stehen geblieben weil er erschrag.

00:32:28: Ein gebeugtes, graufarben des gelettartiges Etwas kam auf ihn zu.

00:32:35: Sein tatsächliches Aussehen und nicht nur die Tatsache dass er wusste das er selbst war – war erschreckend!

00:32:43: Er trat näher an den Spiegel heran.

00:32:47: Das Gesicht des Wiesens schien in Folge seiner gebeugten Haltung vorgeschoben.

00:32:53: Einen verzweifeltes Verbrechergesicht mit einer edlen Stirn, die in eine glatzköpfige Schädelhaut auslief, und entstellt aussehende Backenknochen, darüber wilde, wachsame Augen.

00:33:08: Die Wangen waren zerschunden der Mund eingefallen.

00:33:13: Es war freilich sein eigenes Gesicht aber es schien ihm mehr verändert als er sich innerlich verändert hatte.

00:33:20: Er war stellenweise glatzköpfig geworden.

00:33:24: Im ersten Augenblick hatte er gemeint zugleich auch grau geworden zu sein Aber es war nur die Kopfhaut, die grau war.

00:33:31: Mit Ausnahme seiner Hände und des Owals seines Gesichts war sein ganzer Körper grau von Altem in die Haut eingefressenen Schmutz.

00:33:40: Da und dort waren unter dem Schmuzz, die roten Narben vom Wunden zu sehen – und die Krampfaderknoten an seinem Fußknöchel bildeten eine entzündete Masse, von der sich Hautfetzen abschälten.

00:33:54: Aber das wirklich erschreckende war die Abgezehrtheit seines Körpers!

00:34:00: Die Rappen seines Brusskorbes zeichneten sich deutlich ab wie bei einem Skelett.

00:34:05: Das Fleisch der Beine war so geschunden, dass die Knie dicker waren als die Oberschenke.

00:34:12: Jetzt ging ihm ein Licht auf was O'Brien damit gemeint hatte, als er sagte, er sollte sich von der Seite ansehen – die Rückgratverkrümmung war erstaunlich!

00:34:22: Die mageren Schultern fielen nach vorne, als sollte anstelle der Brust eine Höhlung entstehen.

00:34:28: Der dünne Hals schien vom Gewicht des Schädels gebeugt.

00:34:33: Auf den ersten Blick hätte er gesagt, es handele sich um den Körper eines Sechzigjährigen, der an einer bösartigen Krankheit litt.

00:34:43: Sie haben manchmal gedacht mein Gesicht – das Gesicht eines mitgeließten inneren Partei!

00:34:51: Sehr alt und verbraucht aus.

00:34:55: Was denken sie nun über ihr eigenes Gesicht?

00:34:59: Er ergriff Winston bei der Schulter und drehte ihn herum, sodass er angesichts zu angesicht vor ihm stand.

00:35:07: Sehen Sie sich Ihren Zustand an!

00:35:10: Betrachten sie die ganze schmierige Schicht, die ihren ganzen Körper bedeckt.

00:35:17: Schauen Sie den Schmutz zwischen Ihrem Zehn an!

00:35:22: Sehen sie die scheusliche wässernde Wunde an Ihrem Bein?

00:35:28: Wissen Sie, dass Sie stinken wie ein

00:35:32: Bock?!

00:35:36: Vermutlich merken sie es nicht mehr.

00:35:39: Schauen Sie sich Ihre Markerkeit an!

00:35:41: Sehen Sie, ich kann Ihren Beats selbst mit Daumen und Zeigefinger umfassen?

00:35:48: Ich könnte Ihren Hals abbrechen wie eine Moorrübe.

00:35:55: Wissen Sie das?

00:35:56: Sie fünfundzwanzig Kilo eingebüßt haben seit Sie in unseren Händen sind?

00:36:02: Sogar Ihr Haar geht bischöweise aus.

00:36:05: Sehen sie

00:36:05: her?!

00:36:07: Er ergriff Hunzen-Schopf und hielt einbüschel Haare in der Hand.

00:36:13: Machen sie den Mund auf, neun, zehn, elf Zähne sind übrig geblieben!

00:36:23: Wie viele hatten Sie als Sie zu uns kamen?

00:36:26: Und die Party, die Sie noch haben, fallen aus.

00:36:29: Schauen Sie her!

00:36:31: Er packte einen von Winstens restlichen Schneidezehnen zwischen seinem starken Daumen-und Zeigefinger – ein stechender Schmerz durch vor Winstends Kiefer.

00:36:42: O'Brien hatte den lockeren Zahn mit der Wurzel herausgedreht.

00:36:48: Er schnippte ihn durch die Zelle, sie verfaulen schön langsam!

00:36:55: Sie lösen sich in ihre Bestandteile auf.

00:36:59: Was sind sie?

00:37:02: Ein Haufen Unrat.

00:37:03: – nun drehen sie sich um und schauen sie noch einmal in diesen Spiegel.

00:37:08: Sehen sie das Wesentliche, dass daraus anblickt?

00:37:11: Es ist der letzte Mensch.

00:37:15: wenn sie menschlich So ist das die Menschheit.

00:37:21: Jetzt ziehen Sie Ihre Kleider wieder

00:37:23: an.".

00:37:25: Winston begann, sich mit langsamen steifen Bewegungen anzuziehen.

00:37:30: Bis jetzt hatte er scheinbar nicht bemerkt wie mager und schwach er war – nur ein Gedanke beschäftigte ihn.

00:37:38: Das Erlänger als er gedacht hatte hier gewesen sein musste.

00:37:42: Dann, als er die elenden Lumpen um sich hüllte, überfiel ihm ein Gefühl des Mitleids mit seinem zugrunde gerichteten Körper Ehe er wusste, was er tat, war er auf einen neben dem Bett stehenden kleinen Schemel gesunken und in Tränen ausgebrochen.

00:38:00: Er war sich seiner Hässlichkeit seines unerquicklichen Anblicks bewusst wie als sein Bündel Knochen in schmutziger Unterwäsche im grellen Weißenlicht da saß und holte – aber er konnte sich nicht beherrschen.

00:38:15: O'Brien legte ihm fast begütigend die Hand auf die Schulter.

00:38:22: Es tauert nicht ewig!

00:38:24: Sie können dem entrennen, wenn sie wollen.

00:38:29: Alles hängt von ihnen selbst

00:38:30: ab.".

00:38:30: – Sie haben das getan!

00:38:36: – Ein Winston.

00:38:40: Sie selbst haben sich da reinversetzt.

00:38:43: Damit mussten sie rechnen als sie sich gegen die Partei auflehnten.

00:38:48: Es war in diesem ersten Schritt beschlossen.

00:38:52: Es geschah nichts was sie nicht voraussehen konnten.

00:38:56: Er schwieg und fuhr dann fort.

00:39:00: Wir haben sie geschlagen Winston.

00:39:04: Wir haben sie klein gemacht.

00:39:07: Sie haben gesehen, wie ihr Körper aussieht.

00:39:10: Ihr Geist befindet sich in demselben Zustand.

00:39:14: Ich glaube nicht, dass noch viel stolz in ihnen stecken kann!

00:39:18: Sie wurden mit Füßen getreten, geprügelt und beschimpft….

00:39:23: Sie haben vor Schmerz gebrüllt, haben sich in ihrem Blut und ihrem eigenen Erbrochenen auf den Boden gewälzt... Sie haben um Gnade gewimmert – jeden und alles verraten.

00:39:42: Fällt ihnen auch nur eine einzige Demütigung ein, die sie nicht durchgemacht haben?

00:39:48: Winston hatte zu weinen aufgehört, wenn ihm auch noch die Tränen aus den Augen rannen.

00:39:54: Er blickte zur O'Brien empor.

00:39:58: Julia habe ihn nicht verratet.

00:40:02: O'Briane blickten nachdenklich auf ihn herunter.

00:40:08: Nein!

00:40:09: Das stimmt vollkommen – Sie haben Julia.

00:40:14: Die merkwürdige Verehrung für O'Brien, die nichts erschüttern zu können schien durchflotete wieder Winston's Herz.

00:40:22: Wie klug dachte er?

00:40:26: Wie weise!

00:40:28: O'Brain versagte nie darin zu verstehen was man zu ihm sagte.

00:40:33: Jeder andere Mensch auf dieser Welt hätte so gleich geantwortet das er Julia verraten habe – denn was gab es, was sie unter der Folter nicht aus ihm herausgepresst

00:40:42: hatten?!

00:40:43: Er hatte ihnen alles gestanden, was er von ihr wusste.

00:40:47: Ihre Gewohnheiten, ihren Charakter, Ihr bisheriges Leben!

00:40:52: Er hatte bis zur kleinsten Einzelheit ausgesagt, was sich bei Ihren Begegnungen abgespielt hatte – Alles, was es zu ihr und sie zu ihm gesagt hatte.

00:41:03: Ihre Schwarzmarkt-Mahlzeiten, ihre Bettgemeinschaften, ihr unklares Pläne schmieden gegen die Partei, alles und doch... In dem Sinne, was er mit dem Wort ausdrucken wollte hatte er sie nicht verraten.

00:41:22: Er hatte nicht aufgehört, sie zu lieben.

00:41:25: Sein Gefühl eher gegenüber war das Gleiche geblieben.

00:41:30: O'Brien hatte erkannt, was der sagen wollte ohne dass es eine Erklärung bedurft hätte.

00:41:37: Sagen Sie mir... Wie bald wird man mich erschießen?

00:41:43: Oh!

00:41:43: Es kann noch lange dauern.

00:41:45: Sie sind ein schwieriger Fall aber geben Sie die Hoffnung nicht auf.

00:41:50: Jeder wird früher oder später geheilt.

00:41:54: Am Schluss erschießen wir sie!

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